← Zurück zum Wissensbereich

Docker vs. Virtuelle Maschinen: Was ist besser für KMU?

Sie planen, Ihre IT-Infrastruktur zu modernisieren, sind aber unsicher, ob Container oder virtuelle Maschinen die richtige Wahl sind? In diesem Artikel vergleichen wir beide Technologien und zeigen Ihnen, welche Lösung für typische mittelständische Anforderungen am besten geeignet ist.

1. Die Grundlagen: Was sind Container und VMs?

Virtuelle Maschinen (VMs)

Virtuelle Maschinen emulieren komplette Computer-Systeme. Jede VM hat ein eigenes Betriebssystem, virtualisierte Hardware und läuft völlig isoliert von anderen VMs. Die Virtualisierung erfolgt über einen Hypervisor (z.B. Hyper-V, VMware ESXi, Proxmox).

Docker Container

Container sind leichtgewichtige, portable Einheiten, die nur die Anwendung und ihre Abhängigkeiten enthalten. Sie teilen sich das Host-Betriebssystem, laufen aber in isolierten Umgebungen. Docker ist die bekannteste Container-Technologie.

💡 Einfach erklärt

VM: Wie ein komplettes Haus mit eigenem Fundament, Dach und Wänden.
Container: Wie eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus – teilt Infrastruktur, aber privater Wohnraum.

2. Der direkte Vergleich

Performance & Ressourcen

Kriterium Virtuelle Maschinen Docker Container
Startzeit 1-2 Minuten 1-5 Sekunden ✅
RAM-Overhead 1-4 GB pro VM 10-100 MB pro Container ✅
Disk Space 10-50 GB pro VM 100 MB - 2 GB ✅
Isolation Sehr hoch ✅ Hoch (Kernel geteilt)

Anwendungsfälle

Virtuelle Maschinen sind ideal für:

Docker Container sind ideal für:

⚠️ Häufiger Fehler

Viele versuchen, Windows-Desktop-Anwendungen in Docker zu betreiben. Das ist technisch möglich, aber unpraktisch. Nutzen Sie VMs für klassische Desktop-Software!

3. Praxis-Szenarien für KMU

Szenario 1: Webhosting & E-Commerce

Empfehlung: Docker ✅

# Beispiel: WordPress + MySQL in Docker Compose
services:
  wordpress:
    image: wordpress:latest
    ports:
      - "80:80"
    environment:
      WORDPRESS_DB_HOST: db
      WORDPRESS_DB_NAME: wordpress
      
  db:
    image: mysql:8.0
    environment:
      MYSQL_ROOT_PASSWORD: secure_password
      MYSQL_DATABASE: wordpress

Vorteile: Schnelle Skalierung, einfache Backups, geringe Ressourcen

Szenario 2: ERP-System (SAP, Navision, etc.)

Empfehlung: Virtuelle Maschinen ✅

ERP-Systeme benötigen oft spezifische Windows Server-Versionen, direkte Hardwarezugriffe und tiefe OS-Integration. VMs bieten hier die nötige Stabilität und Kompatibilität.

Szenario 3: Hybrid-Ansatz (Best of Both Worlds)

Empfehlung: Kombinierte Nutzung ✅

In der Praxis nutzen wir oft:

✅ Best Practice aus der Praxis

Wir empfehlen oft einen Proxmox-Server als Basis: VMs für kritische Business-Anwendungen + Docker-VM für moderne Webservices. So haben Sie maximale Flexibilität!

4. Kosten-Vergleich

Lizenzkosten

Hardware-Anforderungen

Beispiel: 10 kleine Anwendungen hosten

Administration

5. Entscheidungshilfe: Was passt zu Ihnen?

Wählen Sie VMs, wenn:

Wählen Sie Docker, wenn:

Hybrid-Ansatz, wenn:

6. Fazit: Es kommt auf Ihren Use Case an

Es gibt keine pauschale Antwort auf "Docker oder VMs". In unserer Praxis mit über 50 KMU-Projekten hat sich gezeigt: Die meisten Unternehmen fahren mit einem Hybrid-Ansatz am besten.

Unsere Empfehlung für typische KMU (20-50 MA):

  1. Basis-Infrastruktur: Proxmox VE (kostenlos, flexibel)
  2. Windows-Services: VMs (Active Directory, File Server)
  3. Web-Services: Docker (Websites, Monitoring, Tools)
  4. Datenbanken: Je nach Last – MSSQL in VM, MySQL/PostgreSQL in Docker

💡 Unser Service

Wir helfen Ihnen bei der Planung und Umsetzung – von der Bedarfsanalyse bis zur fertigen Lösung. Erstkontakt kostenlos!

Zusammenfassung

Benötigen Sie Hilfe bei der Virtualisierung oder Containerisierung?

Unsere Experten beraten Sie kostenlos zu Ihrer individuellen Infrastruktur!

Kostenlose Beratung anfragen